
Warum wir unsere Badezimmerheizgeräte durch „die Folterkammer“ schicken
Seien wir ehrlich: Badezimmer sind eine Qual für Elektronikgeräte. Überall gibt es Dampf, es kommt zu unerwarteten Wasserspritzern – und die Temperaturen ändern sich drastisch, wenn man an einem eiskalten Morgen unter die heiße Dusche tritt.
Auf der Verpackung finden Sie oft die Bezeichnung „IPX4“. Das bedeutet im Grunde, dass das Gerät einigen Wasserspritzern standhalten kann. Doch das ist noch nicht alles: Diese Kennzeichnung hindert nicht daran, dass es im Laufe von drei Jahren zu Korrosion kommt. Deshalb verlassen wir uns nicht nur auf diese Kennzeichnung. Wir unterziehen jedes einzelne Gerät Tests unter Feuchtigkeit und Hitze.
Der unsichtbare Feind
Feuchtigkeit verursacht nicht nur Kurzschlüsse – sie zerstört auch langfristig die Kontaktpunkte sowie die Isolierung der Heizelemente. Wenn es im Gehäuse einer Infrarotlampe auch nur kleine Fehler gibt, kann Wasserdampf eindringen. Er gelangt so zu den Kabeln oder dem Quarzkern des Geräts. Dadurch entstehen Störungen – mit anderen Worten: Die Elektrizität fließt dorthin, wo sie nicht hingehört. So kann das Gerät beschädigt werden oder der Schalter springt ab.
Wie wir die Geräte tatsächlich testen
Wir sprühen die Geräte einfach nicht mit Wasser ab und sind dann fertig. Stattdessen stecken wir sie in eine Klimakammer – man kann sie sich als eine Art „Hightech-Sauna aus der Hölle“ vorstellen. Dort werden die Geräte über Hunderte von Stunden hinweg extremen Temperaturen und Feuchtigkeitsbedingungen ausgesetzt. Währenddessen schalten wir die Stromversorgung immer wieder ein und aus. Warum? Weil diese ständige Erwärmung und Abkühlung dazu führt, dass die Materialien sich dehnen und zusammenziehen. Dadurch wird die Abdichtung belastet. Wenn eine Dichtung etwas zu steif ist oder ein Schraubenzieher nicht richtig angezogen wurde, kann Feuchtigkeit eindringen. Nach Abschluss des Testverlaufs überprüfen wir die Isolierung. Wenn die Werte nicht perfekt sind, muss das Design neu entwickelt werden.
Der Kompromiss
Es gibt allerdings einen Haken: Um die Geräte in der „Folterkammer“ überleben zu lassen, müssen sie fest abgedichtet sein. Doch wenn etwas zu fest abgedichtet ist, kann die Wärme nicht mehr leicht entweichen. Deshalb finden Sie in unserer Anleitung spezifische Anforderungen bezüglich des Abstands zum Wand- oder Deckenbereich. Bitte lassen Sie dem Gerät etwas Platz. Wenn es zu nah an der Wand oder Decke installiert wird, könnte der Schutzmechanismus während eines kalten Wintertages ausgelöst werden. Wir bevorzugen lieber ein etwas größeres Gerät, als eines, das gerade dann versagt, wenn man es am meisten braucht. Sicherheit geht vor.