
Warum wir die Heizgeräte für Badezimmer durch eine Art „Qualkammer“ schicken
Seien wir ehrlich: Badezimmer sind eine Katastrophe für elektronische Geräte. Einerseits ist es dort extrem kalt – im nächsten Moment herrscht wieder extreme Hitze, und der Raum ist voller dichten Dampfs. Es handelt sich dabei um einen brutalen Zyklus. Wenn man ein Heizgerät herstellt, kann man nicht einfach nur auf das Beste hoffen. Man muss davon ausgehen, dass die Umgebung versucht, das Produkt zu zerstören.
Deshalb legen wir so großen Wert auf die Wasserdichtigkeitsklasse IPX5. Doch hier liegt das Problem: Eine Dichtung, die am Tag der Fertigstellung noch funktioniert, könnte bereits nach sechs Monaten nicht mehr funktionieren.
Die List des Dampfs
Wasser dringt nicht immer einfach nur ein. Manchmal schleicht es sich unbemerkt ein. Die Feuchtigkeit findet durch sogenannte Kapillarkräfte winzige Lücken. Der Prozess ist zwar langsam, aber unerbittlich. Sobald die Feuchtigkeit die internen Leitungen oder die Lampenanschlüsse erreicht, wird alles schlimm. Es kommt zur Oxidation – das führt zu Widerständen, welche wiederum zu Überhitzung führen. Letztendlich… Knall. Das Heizgerät ist kaputt.
Wie wir das tatsächlich testen
Wir sprühen das Gerät nicht einfach einmal mit Wasser ab und halten uns damit für zufrieden. Das wäre viel zu einfach. Stattdessen nutzen wir den sogenannten „Feuchtigkeits- und Hitze-Test“. Wir sperren die Heizgeräte tagelang in eine Sauna mit hoher Luftfeuchtigkeit ein. Dadurch können wir genau erkennen, wann eine Dichtung versagt oder die Isolierung unter dem ständigen Ausdehnungs- und Zusammenziehungsprozess durch die Hitze nachgibt.
Wenn das Gerät diese Tests nicht besteht, kommt es nicht in Ihr Zuhause. Punkt.
Das Gleichgewicht finden
Man könnte jetzt denken: „Dann macht man das Gehäuse doch einfach luftdicht!“
Ich wünschte, es wäre so einfach. Doch es gibt ein Gegenargument: Wenn wir das Gehäuse mit zu vielen Dichtungen luftdicht machen, kann der interne Transformator nicht atmen. Dadurch bleibt die Hitze im Inneren des Geräts – die Lampe geht somit viel schneller kaputt.
Es handelt sich dabei um ein ständiges Hin- und Hergerissen zwischen dem Verhindern des Eindringens von Dampf und dem Lassen der Hitze entweichen.
Wir machen all diese Tests – die Belastungstests, die Versagen, die Neugestaltungen – damit Sie sich keine Sorgen darüber machen müssen, dass Ihr Heizgerät während des Duschens ausfällt. Wir möchten lieber den Punkt des Versagens in unserem Labor finden, anstatt dass Sie ihn in Ihrem Badezimmer entdecken.